Stellungnahme

Stellungnahme von Fridays For Future zum nachträglichen Ausschluss von 3 Schüler*innen an der bereits zugesagten Berlinfahrt des CHG Traunstein

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Im Nachgang des letzten Klimastreiks wurden drei Schüler*innen des Chiemgau-Gymnasiums aufgrund ihres politischen Engagements von einer von der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit organisierten Fahrt nach Berlin ausgeschlossen. Dazu hatte sich die Schule nach Rücksprache mit dem Elternbeirat entschlossen.

Wir werten die Maßnahme gegen die Schüler*innen als einen Versuch, politische Partizipation zu unterdrücken. Während unserer Generation vor einem Jahr noch vorgeworfen wurde, politikverdrossen zu sein, werden nun ausgerechnet die bestraft, welche sich politisch engagieren. Insbesondere weil die Berlinfahrt explizit für politisch interessierte Schüler*innen organisiert wird. Sie ist eine Belohnung für die vorbildliche Teilnahme an einem vorherigen Ausflug in das bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bauen und Verkehr sowie die bayerische Staatskanzlei, an der zwei der Sanktionierten bereits teilnahmen.

Die drei Betroffenen engagieren sich nicht nur in der Organisation der Fridays for Future Demonstrationen, sondern auch in der SMV und verschiedenen anderen schulischen Arbeitsgruppen. Ausgerechnet diese drei für das vorher noch gelobte politische Interesse und Engagement zu sanktionieren, ist eine Farce. Offensichtlich ist lediglich höflich geäußertes Interesse an Politik und keine Teilhabe gewünscht.

Die Teilnahme am Klimastreik am 29.11 war laut Vertretern der Schulleitung der einzige Grund dafür, dass sie nicht mitfahren dürfen. Zwei Schüler*innen verpassten hier jeweils eine Schulstunde, eine betroffene Schüler*in zwei.

Hierbei ist anzumerken, dass die betroffenen Schüler*innen nicht, wie von der Schule im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt dargestellt, nun lediglich bei der Auswahl für die Berlinfahrt nicht mehr berücksichtigt werden, sondern explizit nach bereits getätigter Zusage von der Fahrt wieder ausgeladen wurden.

Dabei handelt es sich nicht um den ersten Vorfall am Chiemgau-Gymnasium. Bereits zu Anfang der Proteste wurde einer Schülerin, welche sich an den Streiks beteiligte, in einem Vier-Augengespräch deutlich gemacht, sich in Zukunft nicht mehr an den Streiks zu beteiligen. Nun kam es zu einem erneuten Vorfall. In diesem konkreten Fall betreffen die Repressionen der Schule zwei Mitglieder des Orga Teams sowie eine Teilnehmerin. Wir werden uns nicht einschüchtern lassen. Gleichzeitig befinden sich der betroffenen Schüler und die zwei Schülerinnen aber auch in einer verletzlichen Position, da sie auf das Wohlwollen der Schule angewiesen sind. Deswegen bleiben die Betroffenen hier anonym, da sie weitere Benachteiligungen von Seiten der Schule erwarten, würden sie selber an die Öffentlichkeit treten.

Das Ziel der Schule ist es aber offensichtlich, auch Schüler*innen, die lediglich teilnehmen und nicht an der Organisation mitwirken, davon abzuhalten, an den Demonstrationen teilzunehmen. Wir hoffen, dass ihnen das nicht gelingt und werden uns deswegen entschieden gegen die erneuten Einschüchterungsversuche wehren.

Wir befinden uns in einer Zeit in der es nötig ist zu handeln, doch anstatt dies zu erkennen werden Schüler*innen bewusst bestraft.

Natürlich werden wir versuchen mit den uns zu Verfügung stehenden Mitteln gegen die Entscheidung der Schule vorzugehen, denn Schulen sollen zur Demokratie erziehen und nicht politischen Protest unterdrücken.

Wir als Fridays for Future Bewegung lassen die von Repression betroffenen Schüler*innen nicht alleine.

Sebastian Krüger,

stellvertretend für die
Fridays for Future Ortsgruppe Traunstein

Presseartikel hierzu:

Presseartikel (Nicht-)Berlinfahrt CHG Traunstein